Alte Meister
und junge Stimmen in Feldkirchen
Beeindruckender Konzertabend mit dem „Quintetto Cantabile“

Ainring/Feldkirchen.
„Fünf Menschen – eine Leidenschaft: das Singen“. So beschreiben sie sich
selbst, die jungen Sänger der Salzburger Dommusik, die sich unter dem Namen „Quintetto
Cantabile“ zu einem neuen Ensemble zusammengeschlossen haben. Vergangene Woche
hatten sie ihren ersten großen Auftritt in der Feldkirchener Pfarrkirche, der
sicherlich auch zu ihrem ersten großen Erfolg wurde. Auf Einladung des
Kulturvereins der Gemeinde Ainring stellten Stefanie Poschner (Sopran),
Annemarie Baumgartner (Sopran), Barbara Knieling – Stadlbauer (Alt), Gerrit
Stadlbauer (Tenor) sowie Thomas Manhart (Bass) ihr gesangliches Talent unter
Beweis und beeindruckten die Konzertbesucher in der vollbesetzten Kirche.
Passend zum
Monat Mai und zum Ort des Konzertes, der Feldkirchener Pfarrkirche Mariä
Himmelfahrt, lag der Schwerpunkt der Programmauswahl bei Stücken aus der
Marienliteratur. Trotzdem fehlte es nicht an Abwechslung und es kamen
A-cappella-Stücke aus verschiedenen Epochen und Stilrichtungen zum Vortrag.
Bereits im Vorfeld des
Konzertes gaben die Sänger in einer Maiandacht mit den Erstkommunionkindern und
Dekan Anton Parzinger eine kleine Kostprobe ihres Könnens. Gerade, als die
letzten Gottesdienstbesucher die Kirche verließen, begann sich das Gotteshaus
wieder zu füllen und bis zum Beginn des Konzertes war auch der letzte Platz
besetzt. Nachdem Gabriele Noreisch, Vorsitzende des Kulturvereins, die Besucher
begrüßt hatte, begann das Programm mit einem Solo von Stafanie Poschner. Auf
der Orgel begleitet von Gerrit Stadlbauer beeindruckte sie mit den Stücken „Vergin
tutto amor“ des italienischen Barockkomponisten Fancesco Durante und der „Aria
di chiesa“ von Alessandro Stradella. Darauf folgte „Gaudens in Domino“,
eine zweistimmige Männerscola aus dem Officium Sankti Rudberti, vorgetragen von
Gerrit Stadlbauer und Thomas Manhart.
Nach dieser musikalischen Einstimmung lud Gabriele
Noreisch die Zuhörer ein, nun die Geburtsstunde der neuen Formation zu feiern.
So stimmten die Sänger gemeinsam in das Lied „Lobt Gott getrost mit Singen“
von Adam Gumpeltzhaimer ein. Das „Magnificat secundi toni“ von Orlando di
Lasso stellte den ersten gesanglichen Höhepunkt des Abends dar. Das Stück des
Renaissancekünstlers, der von vielen als der vielseitigste und universellste
Komponist seines Jahrhunderts angesehen wird, ist wegen seiner Fünfstimmigkeit
besonders anspruchsvoll. Doch gerade deshalb war es für das „Quintetto
Cantabile“ und seinen gesanglichen Leiter, Gerrit Stadlbauer, eine
Herausforderung und wurde mit eindrucksvoller Ausdrucksstärke zu Gehör
gebracht.
In die Zeit der Romantik entführten die jungen
Stimmen ihre Zuhörer mit „Hebe deine Augen auf“. Der dreistimmige Oberchor
aus der Feder Mendelsson – Bartholdys ist Teil des berühmten Oratoriums
„Elias“. Eine Rarität in musikalischer Hinsicht war „Laudi alle Vergine
Maria“ von Guiseppe Verdi, das, nicht zuletzt wegen der ungewöhnlichen
Stimmkombination nur selten vorgetragen wird und zu den eher unbekannteren Stücken
des Komponisten gehört. Der Österreicher Cesar Bresgen zählt zu den großen
Meistern des 20. Jahrhunderts. Er unterrichtete am Mozarteum in Salzburg und
schuf das Stück „Erhabene über Sternen dort“, welches die fünf Sänger
selbstsicher interpretierten.
Als zweiter Schwerpunkt des Konzertes wurde die „Messa
a 4 voci“ von Claudio Monteverdi gewählt. Obwohl das Stück mit den Teilen
„Kyrie“, „Gloria“, „Sanctus“, „Benedictus“ und „Agnus Dei“
besonders lang ist, wurde es von den jungen Künstlern in jeder Stimmlage
gleichmäßig und harmonisch gesungen. Gerade die sehr stark auskomponierte
Mehrstimmigkeit der Messe verlangt nach einer virtuosen Stimmführung und einer
ausgezeichneten Koordination, die das Ensemble zweifellos bewies. Diesen Stil
des A-cappella-Gesangs erlernten die fünf Talente vor allem bei
Domkapellmeister Janos Czifra, der auch die Bildung der neuen Formation förderte.
Weitere Programmpunkte waren „Locus iste“ des Österreichers
Anton Bruckner sowie der fröhliche Gesang „Regina caeli“ von Gregor
Aichinger. Den Abschluss des Abends bildete das Stück „Ich will dem Herrn
singen mein Leben lang“ des Salzburger Meisters Ritter Sigismund von Neukomm.
Nach dem mehr als einstündigen Konzert zeigten sich die zahlreichen
Musikliebhaber in der Pfarrkirche sichtlich beeindruckt und hingerissen von der
gesanglichen Glanzleistung des Quintetts und spendeten begeistert Applaus.
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