Mitterfelden: Aus Anlaß seines 10-jährigen Bestehens veranstaltet der Kulturverein
der Gemeinde Ainring e.V. am Freitag, 03.07.1998 ein Jubiläumskonzert mit dem
Orchester der Salzburger Kulturvereinigung mit seinem Dirigenten
und künstlerischen Leiter Wolfgang Danzmayer. Das Konzert
fand
bei guter Witterung im Innenhof des Pfarrzentrums St. Severin in Mitterfelden statt,
ansonsten im Großen Pfarrsaal des Pfarrzentrums.
Geboten wird anspruchsvolle Klassische Musik u.a. mit Werken von Boccherini, Haydn und
Schubert. Das Streichquintett ‚La Misica Notturna delle strade di Madrid‘ von
Boccherini, in welchem mit dem Aufziehen der militärischen Nachtwache in Madrid eine Art
Musikfilm vor dem geistigen des Zuhörers abzuspulen beginnt, wie auch Schubert’s
"Unvollendete" Symphonie in h-moll oder das Flötenkonzert in D-Dur von Johann
Michael Haydn werden dem werden von den rund 30-Mann starkem Streichorchester geboten.
Das Orchester der Salzburger Kulturvereinigung ist ein Amateurorchester, das aus
alters- und berufsmäßig breit gestreuten, qualifizierten Liebhabermusikerlnnen besteht.
Es wurde 1962 von Gustav Gruber gegründet.
Seit dem Frühjahr 1997 ist Wolfgang Danzmayr künstlerischer Leiter des Orchesters,
das einer Vielzahl von Studenten und Absolventen der Hochschule Mozarteum die erste
Möglichkeit einer solistischen Tätigkeit mit Orchester geboten hat.
Seit vielen Jahren gestaltet das Orchester eine FaschingsMatinee, und wird am
4.Dezember 1998 auch erstmals die Aufführung von W.A.Mozarts Requiem in St.Peter spielen.
Beides sind Veranstaltungen der Salzburger Kulturvereinigung.
weitere Informationen zu den Künstlern und den Werken:
Das Orchester der Salzburger
Kulturvereinigung
ist ein Amateurorchester, das aus alters- und berufsmäßig breit gestreuten,
qualifizierten Liebhabermusikerlnnen besteht. Es wurde 1962 von Gustav Gruber gegründet.
Ihm folgten als künstlerische Leiter: Johannes Hawranek, Rolf Ostheim, Franz
Richter-Herf und Walter Raninger. Seit dem Frühjahr 1997 ist Wolfgang Danzmayr
künstlerischer Leiter des Orchesters, das einer Vielzahl von Studenten und Absolventen
der Hochschule Mozarteum die erste Möglichkeit einer solistischen Tätigkeit mit
Orchester geboten hat, wie u.a. Alexander Hohenthal und Alexander Janiczek.
Seit vielen Jahren gestaltet das Orchester eine FaschingsMatinee, und wird am
4.Dezember 1998 auch erstmals die Aufführung von W.A.Mozarts Requiem in St.Peter spielen.
Beides sind Veranstaltungen der Salzburger Kulturvereinigung.
Darüberhinaus motivieren Einladungen anderer Veranstalter jedes Jahr im Frühsommer
(Theater im Kurgastzentrum Bad Reichenhall, Stadtfestwoche Hallein, und heuer auch ein
Festkonzert zum 10 Jahres-Jubiläum des Kulturvereins Amring) die wöchentliche, intensive
Probenarbeit.
Wolfgang Danzmayr, 1947 in Wien
geboren, erwarb 1970 das Kapellmeister-Diplom an der Wiener Musikakademie (bei Hans
Swarowsky). Dazwischen Kurse an der int.Sommerakademie des Mozarteums 1967,68,69 (bei
Bruno Maderna). Meisterkurs am Conservatorio di Musica Santa Cecilia in Rom 1970/71 (bei
Franco Ferrara). 1973 Gewinner des Hans HaringDirigentenförderungspreises zum Abschluß
des Kurses an der int.Sommerakademie Mozarteum (bei Carl Melles). Zunächst jedoch
verstärkte Befassung mit Komposition (Studien bei Alfred Uhl und Dieter Kaufmann). Es
entstanden Werke für Sobinstrumente, Kammermusik, sinfonische, elektro-akustische und
Hörspiel- sowie Theatermusik.
Dirigate mit u.a. dem Mozarteumorchester Salzburg, dem Kärntner Symphonieorchester,
dem Philharmonischen Orchester Bad Reichenhall, Collegium Musicum Carinthia, ensemble
kreativ. Seit 1997 künstlerischer Leiter des Orchesters der Salzburger Kulturvereinigung.
Seit 1976 Mitarbeiter und seit 1980 Leiter der Sparte Musik am ORF-Landesstudio
Salzburg.
Programm Ainring
Luigi Boccherini
(1743 - 1805) |
Quintett Nr.60:
,,La Musica Notturna delle strade di Madrid"
(Introduktion)
Minuetto. Allegretto ,,Tanz der Blinden"
Largo assai - Allegro (,,Rosario")
Passacalle. Allegro vivo (,,Los Manolos")
Ritirata. Maestoso |
Johann Michael Haydn
(1737 - 1806) |
Konzert fjir Flöte D-Dur, M[IVerz.105
Allegro moderato
Andante
Allegro assai
Kadenzen. Gundl~Aggermann |
Franz Schubert
(1797 - 1828) |
Symphonie (Nr~7) h-moll,
,,Unvollendete", D 7(
Allegro moderato
Andante con moto |
|
Arvo Pärt (* 1935) |
Psalom" |
| Siegfried Ochs
(1858 - 1929) |
· s"kommt
ein Vogerl geflogen"
Humoristische Variationen im, Stile älterer und neuerer
Meister |
Gundl Aggermann, Querf löte
Orchester der Salzburger Kulturvereinigung
Dirigent: Wolfgang Danzmyr
Luigi Boccherini war, wie
Antonio Vivaldi, programmatischen Assoziationen in seiner Musik nicht abgeneigt. Er hat
z.B. eine ,,Casa del diavolo"-Symphonie ebenso bewußt geschrieben wie dieses
,,Musica Notturna"-Quintett(ino), in welchem mit dem Aufziehen der militärischen Nachtwache
in Madrid sofort eine Art Musikf ilm sich vor dem geistigen Auge des Zuhörers
abzuspulen beginnt. ,,imitando un campanello/il tamburo/la chitarra" heißen denn
auch die entsprechenden Anweisungen in den Stimmen der MusikerInnen.
Stilistisch bewegt sich das Stück mit seinen beinahe schon hit-verdächtigen Melodien
einer Suite ähnlich irgendwo zwischen spätbarockem Habitus und vorklassischer
Homophonie. Boccherini war übrigens ab 1769 in Madrid zu Hause. Sein berühmtestes Werk,
das Menuett, entstammt auch einem Quintett (op.13/V); alleine in dieser Gattung der
Streichquintette schrieb Boccherini 125 Werke!
Johann Michael Haydn
war kein
Revolutionär und sicher kein großer Experimentierer wie sein älterer Bruder Joseph oder
sein junger Freund W.A.Mozart.
So ist auch das - im Gegensatz zu den meisten seiner eher früh entstandenen
Solokonzerte - wahrscheinlich erst in den späten 6Oer-Jahren(wenn nicht noch später) des
18.Jahr-hunderts komponierte D Dur-Flötenkonzert (Abschriften gibt es in St.Peter und im
Stift Lambach) vordergründig der barocken Attitüde verhaftet. Das paßt auch durchaus
mit dem biographischen Faktum zusammen, daß er ab 1763 in Diensten des Salzburger
Fürsterzbischofs stand.
So ist der 1.Satz (Allegro moderato) und auch noch Teile des 3.Satzes (Allegro assai)
dem barocken Idiom eindeutig zuordenbar, die meisten fast collageartig einander immer
wieder anders folgenden Teile des 3.Satzes und vor allem der 2.Satz (Andante) hingegen
sprechen eine deutlich andere stilistische Sprache. Fast hat es den Anschein, als wäre
der 1.Satz um etliche Jahre früher entstanden.
Da in der fortgeschrittenen zweiten Jahrhunderthälfte KiK~ der Gebrauch des Cembalos
als Continuo immer häufiger unterblieb, haben wir uns entschlossen, kein Cembalo
einzusetzen, um die stilistisch unterschiedlichen Merkmale deutlich werden zu lassen.
Franz Schuberts 1822
entstandene zwei ersten Sätze einer offenbar großangelegten Symphonie tragen die
Namensgebung ,,Unvollendete" zu Recht im Sinne eines Fragments: Es fehlen ganz
einfach zumindest die beiden restlichen Sätze zur ganzen Symphonie zumindest, was deren
Fertigstellung betrifft. Denn Schubert komponierte ein scherzoartiges Allegro fast
vollständig als Klavierparticell plus 16 Takte Melodie-stimme für einen ersten Trioteil;
er hatte sogar auch schon mit der Instrumentierung des Satzes begonnen.
Und der ursprünglich für den 4.Satz gedachte.Einfall scheint zum ,,Entr'acte"
der ,,Rosamunde"-Musik geworden zu sein, wofür immerhin drei Fakten sprächen:
Tonart, Besetzung und Überlänge für einen Entr'acte.
Das alles ist kein Einzelfall in Schuberts Schaffen:
Mehrere Symphonie-Fragmente zeugen davon ebenso wie die Tatsache, daß Schubert des
öfteren in einem neuen, anderen Werkmodell eine Aufgabenstellung fortführen und zur
Vollendung bringen konnte, welche ihm in einem zuvor komponierten zustandezubringen
unmöglich war. Peter Gülke - der zur Zeit vielleicht beste, weil einfühlsamste
Schubert-Kenner - meint daher, daß man von der ,,Unvollendeten" besser als von der
,,Unvollendbaren" sprechen könne.
Diesen Gedanken fortspinnend könnte man angesichts der Anlage der beiden vollendeten
Sätze mit ihrer weit über Schuberts Zeit reichenden Kühnheit, Zerrissenheit,
abgründigen Expressivität und dann wieder volkstümlichen (scheinbaren) Gelassenheit zu
dem zeitenübergreifenden Schluß kommen, daß seine symphonische Vollendung, wie er sie
hier zu erfassen suchte, erst durch Gustav Mahler realisiert werden konnte.
Der gebürtige Este Arvo Pärt ließ
sich 1980 in Wien nieder und ist österreichischer Staatsbürger.
Pärt zählt heute bereits zu den großen Wegbereitern der Musik unserer zweiten
Jahrhunderthälfte. Bekanntgemacht wurde er Anfang der 80er-Jahre durch den Geiger Gidon
Kremer (,,Tabula rasa" in Lockenhaus, ,,Fratres"), dem wir ja auch die
Bekanntschaft u.a. mit Alfred Schnittke (mit der von einem Teil des Publikums entrüstet
aufgenommenen Kadenz zu Beethovens Violinkonzert!) oder Sofia Gubaidulina verdanken.
Pärts Musik ist seit 1976 - nach einigen schweren Schaf fenskrisen -eine tief
religiöse, die meisten seiner neueren Werke sind geistlicher Art (Passio, Stabat Mater,
Miserere, Te Deum, Magnif ikat, Berliner Messe, Litany). Sein archaisch wirkender Stil mit
Dreiklang, elementaren Melodiemodellen von oft provozierender Schlichtheit basiert auf ein
rundes Jahrzehnt währendes intensives Studium mittelalterlicher Musik. ,,Psalom"
entstand 1985 und wurde 10 Jahre später von Pärt in der heute erklingenden Fassung dem
Doyen des österreichischen Verlages Universal Edition, Alfred Schlee zu dessen
90.Geburtstag gewidmet.
Gundl Aggermarin, geb.1971
in Salzburg. Erster Flötenunterricht mit 12 Jahren in Mondsee bei Roland Erhart.
Ab 1989 Instrumentalpädagogik-studium am Mozarteum bei Beatrice Rentsch und Herta
Mergl. Konzertfachstudium in Graz an der Musikhochschule bei Gottfried Hechtl. 1996
Abschluß mit Auszeichnung.. Meisterkurse bei Eckart Haupt, Jeannie Baxtresser,
Michel Debost, Michael M.Kofler.
Unterrichtet am Salzburger Musikschulwerk, und ist Mitglied des Salonorchesters und des
Universitätsorchesters Salzburg, sowie im Kurorchester Bad Gastein. Substitutin im
Philharmonischen Orchester Bad Reichenhall.
Vielfältige kammermusikalische und solistische Tätigkeit im In- und Ausland. Wirkte
auch bei CD-Einspielungen solistisch mit und bestritt Rundfunkaufnahmen im In- und
Ausland.