„Schnitzel
Hawaii mit Ananas vom Schwein“
Tierisch
Menschliches bei Werner Lahnsteiners Alltags-Satire
Ainring.
Der Witz liegt im Moment, man muss ihn nur greifen. Die kleinen Absurditäten
des Lebens hat Werner Lahnsteiner vortrefflich beobachtet. So griff der
Regisseur, Produzent und Schauspieler beim literarischen Abend des Ainringer
Kulturvereins tief in die Kiste der Alltagssatire und sorgte mit seinem
humorvoll-bissigen Programm „Allein unter Menschen“ für herzhafte Lacher im
Saal des evangelischen Gemeindezentrums Mitterfelden.
Wenn der
Mensch zu wenig oder gar zu viel überlegt, kommt es vor, dass er sich selbst unbewusst
ein urkomisches Bein stellt. Werner Lahnsteiner hält in diesen Momenten Augen
und Ohren offen und verhilft den gestolperten Akteuren des Alltags zu großen
Auftritten in seiner Satire. An der unermesslichen Fülle an Begegnungen,
Beobachtungen und Begebenheiten ließ er sein Publikum vergangene Woche in
Ainring teilhaben - Spontan und lebendig nacherzählt, als wäre man selbst dabei
gewesen.
„Ein Mann
wird erschossen und ist sein Leben lang tot“. Ob bei philosophischen Wirtshausgesprächen
über die Gewalttätigkeit unter Jugendlichen oder bei tierischen Kuriositäten
auf der Speisekarte – „Pizza Hawaii mit Ananas vom Schwein“ – entgeht Lahnsteiner
kein Moment liebenswert menschlicher Schadenfreude. Auch auf die Medien hat er
ein waches Auge. So titelte eine Wiener Zeitung bei der Eröffnung einer
U-Bahnlinie mit den unmissverständlich zweideutigen Worten: „Belebung der Zone
in der Gürtelmitte – ein Erfolg“. Ebenso charaktervoll und bewegt wie
Lahnsteiners Sprache war auch sein Bühneneinsatz vom kleinen Tisch über das
Flipchart bis hin zum Klavier, wo er Passagen seiner nicht weniger humorvollen
Eigenkompositionen zum Besten gab.

Fotos:
Hänsch
Copyright © Andreas Hänsch
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