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Boarisch guat g'mischt

Dichterlesung mit Hilde Dusch, Josef Hager und Walter Soraruf

Mitterfelden: Zur diesjährigen Dichterlesung des Kulturvereins der Gemeinde Ainring begrüßte der erste Vorsitzende Franz Gadenz Herrn Dekan Anton Parzinger und 2. Bürgermeister Hans Poschner sowie die drei Dichterkünstler Hilde Dusch, Josef Hager und Walter Soraruf, die unter de Klängen der Ziach, gespielt von Sonja Soraruf, in den Saal des Pfarrzentrums St. Severin einzogen.

Groß vorzustellen brauche er die drei bekannten Ainringer wohl nicht. Hilde Dusch die Gebürtige Peracherin wohnt jetzt seit 35 Jahren in Ainring und ist dort als Mesnerin tätig. Der kurz vor seinem 80. Geburtstag stehende Sepp Hager sei als "radelnder Reporter" und "Berichteschreiber" auch jedem bekannt. Gleiches gelte für den Heidenpointner Postboten und Nikolaus vom Amt, Walter Soraruf.

Hilde Dusch hatte diesmal den ernsten Teil des dichterischen Abends übernommen und aus dem aktuellen Anlaß, ‘50 Jahre nach Kriegsende’ einen Rückblick auf die letzten Tage des Krieges aus der Sicht eines Schulkindes vorgenommen. Fliegeralarm, Bomben auf Freilassing, Christbäume über Perach, Flucht über die Felder und Lager im Wald ließ Sie für die Anwesenden Zuhörer noch mal aufleben und Wirklichkeit werden. Anschaulich schilderte Sie in Gedichtform den ‘Tag danach’ (nach dem Fall der Bomben auf Freilassing), die folgenden Wochen, die Erstkommunion in der zerstörten Rupertuskirche. Untermauert und vertieft wurde diese Stimmung aus jenen Tagen durch die Klänge von Harfe (Bärbel Lämmlein) und Querflöte(Brigitte Weichwald) des Duos Carpe Diem.

Von diesem ernsten Teil des Abends leitete Walter Soraruf mit den Gedichten "Fruajahr", "Hoamat" und "Mei oida Baam" über auf den lustig humorvollen, politisch ernstgemeinten und heiter satirischen Teil. Dabei ging es von der derzeit viel strapazierten Sparsamkeit , die nur seinen Wert hat, wenn einen die Politiker hierbei nicht ‘ausschmieren’, bis hin zur Gemeindepolitik mit dem ‘Millionenbad’ um den scharenweise ankommenden Österreichern zu gefallen.

Im Wechsel mit Sepp Hager, der von der Natur, den Menschen und der Ofenbank rezitierte, nahm Walter Soraruf alles quer Beet aufs Korn, von der Hausfrau und Ihrem ‘obrennten Essen’ bis zur Plastikgesellschaft mit ihren jetzt leeren Mülltonnen, von den Leuten im Kurstift, über den Postboten bis zur Tollwut kam einfach nichts zu kurz.

Aber auch die beiden Geschichten von Josef Hager ‘Der Pfingstkorbi’, eine kleine Geistergeschichte, und ‘Der Josefitagsausflug’, einer Geschichte um die widerstreitenden Vorzüge von Auto, Zug und Fahrrad fanden großen Anklang.

Walter Soraruf schloß mit dem Gedicht "Des waars" dann den kleinen Streifzug über Leute und Leben und bedankte sich im Namen der drei Dichter bei den Anwesenden fürs Kommen.

 

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werner@ainring.info