Im
Kerzenschein durch Laufen
Laufen. Ein Hauch von Mystik lag in der
Luft, als vergangene Woche dunkle Gestalten mit Laternen durch das nächtliche
Laufen zogen. Eine Gruppe des Kulturvereins Ainring war auf historischer
Nachtwanderung in der historischen Salzachstadt. Stationen des Rundgangs im
Kerzenschein waren das alte Kloster, die Stiftskirche und das Schloss.
Ausgangspunkt der Führung war das
Kapuzinerkloster. Andreas Karg, Wirt des Kapuzinerhofs begleitete die Gäste
durch den geschichtlich interessanten Bau. Das 1663 fertiggestellte Gebäude
fiel 1887 einem Brand zum Opfer und wurde nach seinem Wiederaufbau zu Beginn
des zweiten Weltkrieges von der Wehmacht beschlagnahmt. Erst 1946 konnten die
Ordensleute in ihr Kloster zurückkehren, mussten es aber Anfang der 90er Jahre
wegen Personalmangels aufgeben, wusste Karg zu berichten. Das heutige Bauwerk
vereint gekonnt alte Substanz und moderne Architektur. Es beherbergt die
Akademie für Naturschutz und Landschaftspflege.
In eine Nachwächterrobe gehüllt übernahm
nach einer Brotzeit im Kapuzinerhof Johannes Surrer die Führung der Gruppe. Vom
Mesner der Stiftskirche erhielt jeder eine Laterne. Im Schein der Lampen
schritten die Besucher durch das Laufener Gotteshaus – die älteste frühgotische
Hallenkirche Süddeutschlands. Surrer veranschaulichte nicht nur die Historie
des Bauwerks, sondern ging auch auf die Familiengeschichte der in den
zahlreichen Grabplatten und Gruften Bestatteten ein. Besonders verwies er auf
die Werke Johann Michael Rottmayrs, welche das Interieur prägen. Höhepunkt war
der Blick in die Schatzkammer der Stiftskirche, wo einige Hundert sakrale
Kunstwerke aufbewahrt werden.
Im Mondschein wanderte die Gruppe entlang
der Salzach zu der Stelle, wo einst eine alte Brücke Laufen mit dem
österreichischen Oberndorf verband. Die Salzschifffahrt hat die Stadt stark
geprägt. Vorbei an historischen Schifferhäusern ging es zum Mittelpunkt der
Altstadt, dem Marienplatz mit seinen mittelalterlichen Grabendachhäusern.
Krönender Abschluss der nächtlichen
Wanderung war der Besuch im Laufener Schloss. Im Mittelalter war es Sitz des
Stadtrichters. Später wurde es vom Salzburger Erzbischof Wolf Dietrich zum
heutigen Vierflügelgebäude umgestaltet, wie Johannes Surrer zu erzählen wusste.
Lange Zeit diente es als Gefängnis, Kaserne und Internierungslager. Zu
ungewohnt später Stunde erlebte die Gruppe des Kulturvereins eine Führung durch
Laufen, wie man es sonst kaum zu Gesicht bekommt.

Mit Laternen ausgerüstet wanderte die
Gruppe durch das nächtliche
Laufen.

In der Kluft eines Nachtwächters führte
Mesner Johann Surrer
durch die Salzachstadt.
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