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Innere Bilder voll Stärke und Humor

Ausstellung im Gedenken an Otto Katzlberger

Ainring. Seine Werke stehen in Amerika, Istanbul, Toronto und in Ainring. Sie erzählen in ihren geschnitzten und gemeißelten Gesichtsausdrücken eindrucksvoll stille Lebensgeschichten und Geschichten aus dem Leben. Am vergangenen Donnerstag wäre der Halleiner Bildhauer Otto Katzlberger 90 Jahre alt geworden. In seinem Gedenken zeigte der Ainringer Kulturverein eine Ausstellung mit Exponaten aus der Gemeinde.

„Das ist das geniale an Otto Katzlberger: man sieht etwas in seinen Werken“, bemerkte Dekan Anton Parzinger bei der Eröffnung im Pfarrzentrum Sankt Severin. Bevor Katzlberger seine Entwürfe zeichnete und das Schnitzwerkzeug zur Hand nahm, beschäftigte er sich oft wochenlang mit dem Leben und Wirken von Heiligen oder weltlichen Personen. „Jedes Stück entstand zunächst vor seinem inneren Auge. Er schuf lebensnahe Figuren, so, wie er sie sich vorstellte“, erklärte Alois Griesbacher, Organisator der Ausstellung.

So entstanden Werke, die trotz ihrer Schlichtheit Geschichten zum Leben erwecken – ein Judas, der sein Gesicht vor Scham verbirgt, Apostel mit weise erhabenen Zügen oder eine Marienstatue mit hingabevoll bescheidenem Wesen. In der Ausstellung standen diese ohne großes Beiwerk für sich alleine und eröffneten dem Betrachter ihre unglaubliche Ausdrucksstärke. Über 30 Stücke trug der Kulturverein zusammen. Auch die 12 Apostel, die über die Gemeinde verstreut waren, wurden zum ersten Mal wieder vereint.

Ebenso, wie Katzlberger selbst eine starke Beziehung zu seinen Werken aufbaute, so musste auch ein Käufer zu dem Stück passen. Geld war für den Künstler dabei kein Argument. Wem die nötige Anteilnahme fehlte und Katzlberger nicht gefiel, konnte lange auf eine Schnitzerei warten. „Er war ein Mensch mit Prinzipien und nicht immer einfach zu nehmen“, erinnerte sich der Ainringer Steinmetz Stefan Wimmer, einst Schüler von Otto Katzlberger. Seine Sicht der Menschen drückte der Künstler in vielen versteckten Details aus, die erst beim zweiten Blick ihren Humor und ihre zum Teil liebevolle Boshaftigkeit enthüllen.

Bei all den dezenten Seitenhieben fehlte es Katzlberger nicht an Selbstironie. Sein erstes Werk, ein kleiner Schneider wurde bei einer Ausstellung gestohlen. Dem Ärger wich bald zufriedene Genugtuung, musste die Schnitzerei doch jemandem gefallen haben. Sein Geld verdiente Otto Katzlberger in Marmor. Dabei schuf er imposante Werke wie ein Atatürk Denkmal in Istanbul, einen Flügelaltar zur 200-Jahrfeier der USA oder die Figuren auf dem Wiener Parlament, denen er nach dem Krieg zu neuem Glanz verhalf. Zu schnitzen, was ihm in den Sinn kam, war für ihn ein Genuss des Ruhestandes. Zentrales Motiv seiner Schnitzereien war oft die Heilige Familie. Wohl auch aus dem Grund, dass ihm selbst nach einer wechselvollen Kindheit das Glück einer eigenen Familie verwehrt blieb.

Mit der Ausstellung im Pfarrzentrum fanden viele Werke des Halleiners Katzlberger aus der Gemeinde zusammen. Einige wurden zum ersten Mal gezeigt und wandern nach Ende der Schau zurück in den Privatbesitz. Ein Geheimnis blieb jedoch ungelüftet. Im Inneren einer der Apostelfiguren soll Katzlberger ein Blatt Papier eingeleimt haben. „Über meine bayerischen Freunde“ sei darauf zu lesen, so der Künstler zu Lebzeiten. Der Inhalt wird wohl ein Rätsel bleiben.


In memoriam Otto Katzlberger- Ausstellung im Gedenken an den Bildhauer und Künstler

Hunderte Passanten sehen täglich den Ainringer Rathausbrunnen. Hunderte Gottesdienstbesucher kennen die Schnitzereien im Mitterfeldener Pfarrzentrum. Doch wer weiß, wer diese Werke schuf? Der Halleiner Bildhauer Otto Katzlberger hat in der Gemeinde Ainring viele Spuren hinterlassen. Im August diesen Jahres hätte er seinen 90. Geburtstag gefeiert, er verstarb jedoch im März. Der Kulturverein der Gemeinde widmet ihm vom 14. bis 17. August 2003 eine Ausstellung im Pfarrzentrum Sankt Severin.

Die Sehnsucht seiner Kindheit, ein erfülltes Familienleben, spiegelt sich in vielen von Katzlbergers Werken wider. So findet sich häufig die heilige Familie im Zentrum seiner Arbeit. Katzlberger selbst blieb dieses Glück vorenthalten. 1913 in St. Leonhard als lediges Kind einer Hausbediensteten geboren, wurde er von verschiedenen Pflegeeltern großgezogen. Die Bildhauerei erlernte er in der Salzburger Kunstwerkstätte Berger. Lange Zeit war er als Figurenschnitzer für das Salzburger Marionettentheater tätig.

Während der Kriegsjahre legte er seine Meisterprüfung in Bildhauerei ab. Nach seiner Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft schuf er in Hallein viele eindrucksvolle Werke und unterrichtete an der dortigen Bundesfachschule. Mit dem frühen Tod seiner Frau traf ihn ein schwerer Schicksalsschlag. Katzlberger widmete sich vor allem der sakralen Kunst, schuf Kreuzwege, Heiligenfiguren und Krippen.

Auch in Ainring fanden seine Skulpturen Bewunderer. Der Kulturverein hat über 30 seiner Werke aus dem Gemeindegebiet zur Ausstellung „In memoriam Otto Katzlberger“ zusammengetragen. Viele befinden sich in Privatbesitz und werden erstmals öffentlich gezeigt.

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