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Gelungener Einstand mit „Ainklang“

Kulturverein Ainring feiert mit Uraufführung die Premiere der neuen Konzertreihe

 

Einen stimmungsvollen Abend mit „Klaviermusik zu vier Händen“ erlebten die Besucher des ersten „Ain-Klang“ Konzerts in der Mitterfeldener Auferstehungskirche. Mit jungen, aufstrebenden Künstlern aus der Region feierte der Kulturverein der Gemeinde Ainring die Premiere seiner neuen Konzertreihe. Der künstlerische Leiter des musikalischen Pilotprojekts, Christoph Busching, und seine Duo-Partnerin Svetlana Flat spielten gemeinsam mit ihren Schülern Eigenkompositionen und Werke großer Meister.

In ihrer Begrüßung würdigte die erste Vorsitzende des Kulturvereins, Gabriele Noreisch, die Arbeit im Vorfeld der Veranstaltung, insbesondere von Initiator Christoph Busching. Er stellt dem Verein auch seinen Steinway-Flügel als Dauerleihgabe für Konzerte zur Verfügung. Ein Dankeschön ging an die Gastgeber, Pfarrerin Frau Stadler, und das evangelische Pfarramt. Den Auftakt des Abends machte das „Carlia-Duo“. Caroline Schreiber aus Mitterfelden und Julia Huber aus Oberösterreich interpretierten die Sonatine in Es-Dur von Daniel Gottlob Türk. Die beiden erst neunjährigen Mädchen, die als Klavier-Duo von Svetlana Flat und Christoph Busching „gecoacht“ werden, überzeugten durch partnerschaftliche Harmonie und eine schlüssige Interpretation dieses kleinen Meisterwerks, das stilistisch zwischen Haydn, Mozart und Mendelssohn-Bartholdy steht.

Das „Evia-Duo“ mit Eva Klammler aus Friedburg in Oberösterreich und Maria Schneider aus Mitterfelden spielte die „Fuge in g-moll KV 501“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Das schwierige Werk verlangt perfektes Zusammenspiel und das gekonnte Herausarbeiten der thematischen Struktur, was den beiden Mädchen sehr gut gelang. Den ersten Höhepunkt des Abends bildete dann das „Duo con fuoco“ mit Veronika Österbauer (17 Jahre) aus Mattighofen in Oberösterreich und Matthias Pürner (13 Jahre) aus Altenmarkt, die Mozarts „Variationen G-Dur“ spielten. Mit Ausnahme kleinerer Unstimmigkeiten am Schluss des enorm anspruchsvollen Werkes überzeugten sie durch eine in sich geschlossene, technisch sehr saubere aber auch enorm reife Interpretation.

Alle drei jugendlichen Formationen sind das Ergebnis der Zusammenarbeit von Svetlana Flat und Christoph Busching, die auf die Idee kamen, nicht nur als Pianisten sondern auch als Pädagogen eine Partnerschaft zu bilden. So bilden die besten ihrer Schüler Klavierduos, die sich auf den diesjährigen oberösterreichischen Musikwettbewerb „prima la musica“ vorbereiten, welcher derzeit in Linz stattfindet. Weiter ging es mit dem „Carlia Duo“ und zwei Ländlern von Franz Schubert und Johannes Brahms. Es folgte anschließend mit dem „marche heroique“ ein Originalwerk Schuberts, interpretiert vom „Evia Duo“. Vom gleichen Komponisten erklang eine Welturaufführung in Ainring: Die berühmten Ländler D 970 in einem Arrangement für Klavier zu vier Händen von Christoph Busching, vorgetragen vom „Duo con Brio“ gemeinsam mit Svetlana Flat.

Der Name eines zeitgenössischen Komponisten auf einem Programmheft verheißt normalerweise zwiespältige Reaktionen im Publikum. Meist muss der Hörer schreiende Dissonanzen über sich ergehen lassen, die völlig beziehungslos aneinandergereiht sind. Bei Buschings „Retrospektive op. 4“ war das anders, steht das sehr nachdenkliche Werk doch felsenfest auf den Boden der Tonalität und in der Tradition von Reger, Puccini oder Strauss. Die Interpretation des keineswegs für Amateure geschriebenen Werkes durch das „Duo con fuoco“ gelang ausgezeichnet. Auch György Ligetis Musik zu begeisterte, vor allem weil sie vom „Caria Duo“ in einer sauberen und schmissigen Ausführung intoniert wurde.

Vor der Pause erklang dann durch das „Evia Duo“ Buschings „Toccata, Adagio und Schluss“ als augenzwinkerndes Zugeständnis an die Tonsprache der Moderne. Nach der Pause wurden dann die wohl schönsten und beliebtesten Geschenke des Johannes Brahms an die Musikwelt und professionelle Klavierduos gespielt: die ungarischen Tänze. Das „Duo con Brio“ spielte die ungeraden Nummern von eins bis fünfzehn, wobei das „Duo con fuoco“ den berühmten „fis-moll Nr. 5“ und den „A-Dur Nr. 13“ übernahm und dabei erneut stupendes handwerkliches Können und mitreißende Musikalität bewiesen.

Feierten eine gelungene Premiere der „Ain-Klang-Konzerte“: Christoph Buschings und Svetlana Flat (hinten links), das „Caria Duo“ mit Caroline Schreiber und Julia Huber (vorne), das „Evia Duo“ mit Eva Klammer und Maria Schneider (Mitte) sowie das „Duo von fuoco“ mit Veronika Österbauer und Matthias Pürner (hinten rechts). (Fotos: Hänsch)

Bildnachlese: (Fotos: Hänsch)

Copyright © Andreas Hänsch

 

 

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