Aus der Geschichte der Grundschule Feldkirchen
1643 erließ der bayerische Herzog Maximilian die erste Schulordnung, in der mit
Nachdruck darauf hingewiesen wurde, dass nicht nur in Städten sondern auch in grösseren
Landgemeinden eine Schule einzurichten ist.
Die Ausbildung der Lehrer erfolgte damals nach dem Schulmeister-Lehrlings-Prinzip so
dass es auch nicht verwundert, dass unter den Lehrpersonen die verschiedenstens
Berufsgruppen vertreten waren.
Beginn der Grundschule Feldkirchen
Der Maler Georgius Gaigl (Geigl) ließ sich im Jahre 1692 im alten Keilhoferhaus (heute
Kuglmühlstr. 6) nieder und bekleidete die Stelle des Messners, Organisten, Kleinbauern,
Handwerker und auch Lehrers. So gründete der damals 83-jährige aus der Not heraus seine
Frau und die 12 Kinder ernähren zu müssen die erste Schule in Feldkirchen. 12 Kinder in
der Sommerschule und 30 im Winter waren äußerst wenig. Die Resonanz der Eltern war
allerdings auch gering.
Im Jahre 1771 ließ Pfarrer Ehrenreich gegenüber der Kirche ein neues Mesnerhaus
errichten in die auch das einzige Klassenzimmer der Schule übersiedelte.
Einführung der Schulpflicht
Die 1802 eingeführte Schulpflicht ließ die Zahl der Schüler auch in Feldkirchen
rasch anwachsen. Die Ein-Zimmer-Schule im alten Mesnerhaus, in der 7 Jahrgänge gemeinsam
unterrichtet wurden, platzte aus allen Nähten.
1883 traf dann bei der Gemeinde ein Antrag auf Erweiterung um 2 Räume im von der
Kirche käuflich zu erwerbenden Mesnerhaus ein. Der Verwalter der Annahütte (Eisenwerk
Hammerau) wollte dagegen für die Kinder aus Hammerau, Bicheln und Bichlbruck in Hammerau
das Schulhaus haben. Nach einigem Hick-Hack wurde dann am 8.5.1884 beschlossen ein
neues Schulhaus in Feldkirchen zu errichten.
Im Spätsommer 1886 stand dann das Schulhaus bereit. Im Herbst wurde dann auch eine
zweite, feste Lehrstelle genehmigt und besetzt.
1915 schien dann der Wunschgedanke vieler Schüler "Hurra, die Schule brennt"
in Erfüllung zu gehen. Ein überhitzter Ofen hatte den Fußboden zum Glimmen gebracht.
Dank des schnellen Eingreifens der Schulnachbarn wurden jedoch nur einige Schulbänke ein
Raub der Flammen.
Nach den 4 Jahren unter der Leitung des Bischofswiesners Franz Staudinger begann 1919
die "Ära Georg Lapper". Mit Ihm kam frischer Wind in die Feldkirchner Schule,
neue Lehr- und Lernmethoden, welche sicher bei manchen angenehme, aber -so erzählen noch
manch Ältere- auch manch unangenehme Erfahrungen mit sich brachte. Trotz des ständig
wechselnden Lehrerkollegiums konnte bereits 1921 den Schülern kulturelles im
Landestheater in Salzburg geboten werden; eine Aufführung von Schneewittchen.
1928 war dann die Zeit schon wieder reif über eine Erweiterung des Schulhauses
nachzudenken. Im September 1932 konnte dann, nachdem von den Schülern viel Eigenleistung
bei dem Erweiterungsbau erbracht wurde, die zwei weiteren Klassenzimmer bezogen
werden. Ein drittes Klassenzimmer diente bis auf weiteres als Getreidespeicher.
1933 begann man in den Oberklassen täglich 15 Minuten Unterrricht in Englisch zu
erteilen. Sowohl in sportlicher, wie auch in musikalischer Hinsicht wurde in der
"Ära Lapper" viel erreicht, vom täglichen Freiluftturnen bis zum mehrstimmigen
Flötenspiel; die Grundschule Feldkirchen entwickelte sich, aufgrund der zahlreichen
Auslandsaufenthalte von Lehrer Lapper alsbald zum Mittelpunkt von Unterrichtssystemen.
Immer wieder kamen Gäste aus 9 Nationen um sich über Unterrichtssysteme und -methoden zu
informieren.
Während der Kriegsjahre, in denen die männlichen Lehrkräfte immer wieder zum
Kriegsdienst einberufen wurden, übernahmen Frl. Zeilbeck die Klassen 1 - 4 und Frl. Huber
die Klassen 5 - 8.
Nachkriegszeit
Durch die große Masse von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen musste eine Schar von
400 Schülern beschult werden, was nur im Schichtunterricht gelang. 1949 mussten 600
Schüler von 8 Lehrkräften unterrrichtet werden.
1954 endete die Ära Lapper, der 1951 zum Rektor befördert wurde.
Im folgte Wilhelm Schweiger bis 1974 als Rektor nach. Zu Beginn seiner Dienstzeit
konnter den Ausbau der Lehrerwohnung zu 2 Klassenzimmern, den Anbau zweier weiterer
Schulräume, einer Schulküche, einem Werkraum, einem Lehrmittelzimmer und den längst
überfälligen Einbau von WC's statt der bestehenden Abtritte verbuchen.
1959: Die ersten Bundesjugendspiele finden in Feldkirchen statt
1959/60: Wiedereinführung des Schulschichtbetriebes
1960: Eröffnung der Schul-Entleih-Bücherei
1963/64: Einführung der Unterrichtskurzstunde mit 45 Minuten
1960/70: Die Oberklassen von Thundorf und Ainring fahren nach Feldkirchen; jeder zweite
Samstag war unterrichtsfrei.
1972: Einführung des schulfreien Samstag
1975: Rektor Wilhelm Schweiger tritt in den Ruhestand; neuer Rektor wird Rudolf Huber
1977/78: Rektor Rudolf Huber wechselt als Rektor nach Freilassing; Nachfolger wird Rektor
Max Poschner
1983/84: Rektor Max Poschner wechselt als Rektor an die Schule in Teisendorf;
Nachfolger wird Rektor Herbert Meigel. |