navigieren sie hier >

  Home    Historisches Ainring    Dichter F. Wisbacher    Gedichte F. Wisbacher  
Home Kulturverein Ainring 
Ainringer Künstler 
Veranstaltungsrückblick 
Historisches Ainring 
Aktionen 
Wir über uns 
Kontakt 

 

 

Franz Wisbacher

Einige seiner Gedichte und Bildmaterial

              

Zur ewigen Heimat!

               

Frühlingswunsch

In diesen Frühlingstagen,
So reich an Glanz und Duft,
Fühlt sich emporgetragen
Mein Herz in sel'ge Luft.
Vom ew'gen Lenz erzählet
Des Himmels reines Blau;
Die goldnen Locken strählet
Den Wolken er, vermählet
Sich dort der grünen Au!

Wie wäre denn auf Erden
So herrlich es bestellt,
Sollt'uns nicht Kunde werden
von einer höhem Welt?!
Schon flüstem ihre Weisen
Im wachen Ohre mir;
Mein Schicksal muß ich preisen:
Gewiß, ich werde reisen
Noch einmal weit von hier!

Nach jenem Herrn des Lichtes
Ein Sehnen mich befiel,
Und frohen Angesichtes
Verfolge ich das Ziel.
Der Hoffnung fromme Taube
Ein grünes Zweiglein fand-
Empor vom Erdenstaube
Trägt flügelnd mich mein Glaube
Zum ew'gen Heimatland!

 

Vorüber sind die langen Nächte,
Die Erde prangt im grünen Kleid
Bei solchem Anblick, wer gedächte
An Sorge noch und Herzeleid?!
Das Wonnereich der Lichtes-Alben
Erschließt sich, wenn der Winter floh:
Die Welt ist herrlich affenthalben,
0 wären auch die Menschen so!

Von Wallem eine bunte Menge
Durchs alte Tor des Städtchens bricht,
Zu schreiten aus der Gassen Enge
Ans heißersehnte Tageslicht.
Die Wiederkehr der treuen Schwalben
Begrüßen alle, lenzesfroh:
Die Welt ist herrlich allenthalben,
0 wären auch die Menschen so!

Im Äther goldne Wölkchen schwimmen,
Die jungen Blätter regt der Hain
Es rufen tausend Vogelstimmen:
Habt Acht, der König ziehet ein!
Als Friedensfürsten ihn zu salben,
Brennt Sonnen-Öl ganz lichterloh:
Die Welt ist herrlich allenthalben,
0 wären auch die Menschen so!

Lerche

Ostern

Schon dämmert es am Himmelstor
und rauscht in blühenden Zweigen:
Du kleine Lerche, komm hervor,
Du sollst nun jubeln und steigen!

Bist nur ein graues Vögelein,
und darfst mit hellem Singen
In all den blauen Himmel hinein
Und über die Wolken dich schwingen!

Flieg'auf! und an die goldene Zier
des Himmels sollst du pochen
und sagen, daß die Blumen hier
in Menge schon aufgebrochen!

Auf mein Herz und brich die Fesseln
Ostern ist's, es wich der Stein!
Weg die Domen, fort die Nesseln
Würdeloser Liebespein!
Schüttle ab den Wintertraum,
Frühling ist ins Land gekommen,
Freude schallt von jedem Baum,
Sag, was soll Dein Trauern frommen?

Der die Toten Du beneidest
Um des Grabes Schlummerpfühl,
Dir auch öffnet, wenn Du scheidest,
sich der Rasen, stumm und kühl!
Mut, mein Herz, nur frischen Mut,
Nütze, was die Zeit gegeben;
Ob es nicht das höchste Gut,
Köstlich immer bleibt dies Leben!

 

Frühlingslied

Schöne Heimat!

Wenn Vöglein ihre Nester bauen
Wenn an den Bäumen sproßt das Laub
Und auf den reichbeblümten Auen
Glänzt Morgentau und Blütenstaub,
Dann klingts auf Erden weit und breit;
Grüß Gott, du schöne Frühjahrszeit!

Aus blauem Duft die Berge grüßen,
Darüber hin ein Wölkchen schwebt,
Der dunkle Wald zu ihren Füßen
wie betend seine Häupter hebt;
Die Amsel ruft, der Kuckuck schreit:
Grüß Gott, du schöne Frühlingszeit!

Die Sonne bricht aus goldenen Toren,
durch junges Laub die Winde wehn
Mein Herz fühlt sich wie neugeboren,
Will sich die grüne Welt besehen
So fahret aus denn, Gram und Leid!
Grüß Gott, du schöne Frühlingszeit!



Franz Wisbacher-Denkmal an der Straße von Ainring
nach Ulrichshögl in der Nähe seines Wohnhauses

Ein Paradies von Heimat hat
Der Himmel mir gegeben,
So schön, daß ich nur Eines bat:
Laß ewig mich da leben!
Laß mich wie's Vöglein schweben
Um dieser Wälder grünen Saum,
Durch Fliederbusch und Blütenbaum!
Die wundervollste Heimat hat
Der Himmel mir gegeben.

Vor euch, ihr grauen Felsenhöhn,
Ich tief die Stime neige;
Wie funkelt ihr, wie seid ihr schön
Ein König ist mein Zeuge!
Komm', Fremdling, sieh'und schweige!
Wo gibt es Berge, schön wie die?
Wie Götterriesen stehen sie!
Jawohl ist meine Heimat schön
Ein König ist mein Zeuge!

Das war von Bayern Ludewig:*)
Wie oft ist es geschehen,
Daß er empor zum Kirchlein stieg,
Um dann hinabzugehen
Vom Wald, wo Tannen stehen,
Auf Dorf und Weiler, groß und klein,
Nach Salzburg und Maria Plain;
Des edlen Königs Namen wird
Kein Zeitensturm verwehen!

Durch meine Seele zieht wie Traum
Ein Glanz aus alten Tagen,
Mir ist, als säh' am Waldessaum
Das Zelt ich aufgeschlagen-
Die Pferde und die Wagen'
Erstehn in der Erinnerung,
Ach, damals war ich froh und jung!
Durch meine Seele zieht wie Traum,
Ein Glanz aus alten Tagen.

Wie sie auf samtnem Polsterthron
Von goldnen Schüsseln aßen!
Die meisten ruhn im Grabe schon,
Die an der Tafel saßen:
Auch Könige erblassen!


*) König Ludwig I.

Reich und Arm


Thumsee
,
bei Karlstein, in der Nähe von Reichenhall.

Ein Auge, das zu schaun versteht,
Erkennet leich an sichern Zeichen,
Wer sorglos durchs Leben geht;
Den Hochgestellten und den Reichen.

Die Hände sieh' vom Lebemann:
Wie strotzen Sie in Kraft und Fülle;
Und wehmutsvoll vergleiche dann
Des Armen welke Knochenhülle!

Das Glück färbt Mund und Wangen rot,
Läßt flammenhell den Blick erstrahlen;
Wie spiegelt sich des Armen Not
Im Angesicht , dem leichenfahlen!

Elastisch sind des Reichen Tritt
und seines Armes Federkräfte;
Doch Jenem, der stets Mangel litt,
Vertrocknen Frohsinn, Mark und Säfte.

Seit früher Jugend kenn' ich dich,
Nicht angenehm klingt deine Sprache:
Und dennoch, Armut, drängt es mich,
Zu führen deine Ehrensache!

Von Menschen fern und ihrem Weh',
An Berges Fuße ruht der See,
Umhegt von grüner Wälder Kranz,
So schlummertief und Friede ganz.

Im Spätrot die Ruine blitzt,
Darin die Sage harfend sitzt;
Sie singt von alter Heldenzeit,
Von Kaiser Karols Herrlichkeit.

Zu ihrer Harfe singet sie
Die alte Trauermelodie;
Wie Liebe stehts gelohnt mit Weh',
Und opferkundig lauscht der See.

Ein Kirchlein blickt vom Felsgestein
In seine dunkle Flut hinein,
Darüberhin ein Lüftchen weht
Wie ein verloren Nachtgebet.

O Herz hier wirf den Kummer ab,
Und senke ihn ins Wellengrab,
Wo Stern um Stern entgegenblinkt
Und Himmelsruhe dir auch winkt!

An Stelle des Geburtshauses von Franz Wisbachers genannt
"Beim Schuasta" steht heute ein Massivbau.



Einer Mädchenknospe!

Die Posie wohnt nur im Reich der Träume,
Wohin mein Herz die Leisen Seufzer schickt;
Nur einmal trat sie wirklich in die Räume;
Zur Stunde war's, in der ich Dich erblickt!

Ansicht von Franz Wisbachers Wohnhaus an der Straße von Ainring auf den Ulrichshögl nach einer Federzeichnung von Ed. Gehd

 

 

Copyright (c) 2005 Kulturverein der Gemeinde Ainring e.V. All rights reserved.

kultur@wwws.de