Ainring war Wahlheimat des Dresdner Künstlers
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Die Kriegswirren verschlugen 1945 Georg Erler, geboren am 15. Oktober 1871
in Dresden, Professor an der dortigen Kunstgewerbeakademie, nach Ainring. In Dresden war
er vollkommen ausgebombt worden. Wieso er gerade Ainring als Domizil wählte, ist
unbekannt. Er wohnte von April bis August bei Familie Eschlberger (Schustermann), wo
er auch verpflegt wurde. Anschließend wohnte er in Untermiete bei Frau Meigel, der
Hauptlehrersgattin, im damaligen Gemeindeamt und Lehrerwohnhaus.
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Es entstanden zahlreiche Zeichnungen und Aquarelle von Ainring und der
unmittelbaren Umgebung. Lieblingsmotive waren die Kirchen, besonders in Ainring,
Feldkirchen und Ulrichshögl. Oft und gern war er beim Schmied in Feldkirchen, dessen Hof
und Werkstatt er immer wieder zeichnete. Für alle Wohltaten, sei es ein Essen, eine
Brotzeit oder das Flicken der Wäsche, zeigte er sich mit Zeichnungen erkenntlich.
Die hier zusammengefaßten Daten wurden der Gemeinde Ainring aus Dresden
übermittelt:
Georg'Erler war vorwiegend Graphiker, seine malerische Produktion ist
geringer. Von seinen Radierungen sind vor allem Die Kartoffelemte', Frau mit Ziege' (beide
1898), Heimkehr, Ährensammlerin' und die 20 Ansichten von Dresden bekannt geworden.
In den Akten der Kunstgewerbeakademie wird ihm großes künstlerisches
Können und außerordentliches Pflichtgefühl" bescheinigt. Sein Prinzip war
konsequentes Naturstudium. Als Pädagoge wurde er sehr geschätzt: Erler ist ein ganz
hervorragender Pädagoge, der die Fähigkeit hat, die jungen Menschen zeichnerisch in
bester Weise zu schulen', heißt es in einer Akte am 1.2.1937.
Zu seinen Werken von bleibendem Wert gehören auch Buchillustrationen:
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Robert Grötzsch: Muz der Riese. Bilder von Georg Erler. -Dresden: Kaden-Verlag 1913.
3. Aufl. 1927. |
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"Der deutsche Spielmann' (1903 - 1910, wieder aufgelegt 1925), 40 Bände
umfassende Anthologie mit dem Untertitel"Eine Auswahl aus dem Schatz deutscher
Dichtung für Jugend und Volk'. Herausgeber: Emst Weber (5.7.1873 Königshofen im Grabfeld
3.9.1948 München). Georg Erler gestaltete die Bände "Arbeiter' und Soldaten'
illustratorisch aus. |
| 1892 - 1894 |
Studium an der Kunstgewerbeschule Dresden bei Hoftat Professor Oscar Seyffert,
Begründer und Leiter des Volkskunstmuseums Dresden. |
| 1894 - 1898 |
Studium an der Königlich Sächsischen Kunstakademie Dresden bei Professor Hugo
Bürkner und Professor Gotthardt Kuehl. |
| 1897 |
Große Goldmedaille für sein Blatt Andacht der Bergleute vor der Schicht'. Reisen
nach Paris und München. |
| 1901 |
"Zwischen der Arbeit' - Radierungen |
| 1901 - 1902 |
2jähriges Stipendium der Akademie in Rom. |
| 1902 |
Porträt des Königs Georg von Sachsen. Farbige Zeichnungen aus Dinkelsbühl, 20
Ansichten von Dresden (Lithographien). |
| 1913 |
Beginn seiner Lehrtätigkeit als Professor der Kunstgewerbeakademie Dresden. Er
unterrichtet zunächst im Abendstudium. Ab 15. April 1914 unterrichtet er wöchentlich 12
Stunden im Aktzeichnen und Aquarellieren für Bildhauer und Architekten. |
| 1937 |
Er unterrichtet bis zum Eintritt in den Ruhestand am 1. März 1937. |
| 1943 |
Am 28. September 1943 werden ihm wiederum 12 Stunden Unterricht in den graphischen
Techniken an der Abteilung Gebrauchsgraphik übertragen für den zur Wehrmacht
einberufenen Lehrer Paul Sinkwitz. |
| 1945 |
Umzug nach Ainring |
| 1950 |
Am 6. Juli 1950 stirbt Professor Erler in Bad Reichenhall. |
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Die Daten und Texte sind teilweise entnommen aus dem Heimatbuch der
Gemeinde Ainring, daß im Nachgang zur 1200-Jahr-Feier der Gemeinde Ainring erschienen
ist. Das komplette Werk kann über die Gemeinde Ainring, Salzburger Str. 48, 83404 Ainring
(Tel.: 08654/575-0) bezogen werden. Ferner wurde der im Jahr 1988 anläßlich der
1200 Jahrfeier erschienene Kalender zugrundegelegt.
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