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Vom Beginn des Eisenerzabbaus im Berchtesgadener Land bis zum Eisenhüttenwerk Achtal - Hammerau

Zusammenfassung eines Lichtbildervortrages über die Geschichte des Eisenhüttenwerkes Achtal - Hammerau durch Kreisheimatpfleger Max Wieser

Die Geschichte des Eisenhüttenwerkes Achtal - Hammerau beginnt im Jahr 1537 mit dessen Gründung durch den damaligen Salzburger Erzbischof Matthäus Lang, begann Max Wieser seinen Vortrag. Die Eisenerzgewinnung und Eisenerzeugung in dem Gebiet zwischen Staufen und Teisenberg begann jedoch weit vor dieser Zeit. So wurde in Röhrnbach in der Wolfertsau (=Wolf-erz-au) bei Anger bereits in der Römerzeit Eisenerz verhüttet.

Das Eisenwerk Hammerau wurde somit 1537 nicht in die grüne Wiese gesetzt, son-dern in einen uralten Kulturkreis am Fuße des Johannishögl errichtet. Ausgrabungen des Hammerauers Lichtenecker am Johannishögl haben ergeben, daß bereits in der Jungsteinzeit, also vor ca. 3000 Jahren, dort Waffen hergestellt wurden. Der Johan-nishögl stellt eine alte Opferstätte des damals weit verbreiteten Mitraskultes dar, was anhand des vor der Kirche noch sichtbaren Opferschachtes nachgewiesen wurde. Dass der Mitraskult damals in dieser Gegend verbreitet war, zeigt auch ein um 1850 im Kloster Höglwörth gefunderner römischer Weihestein (Mitrasstein), der jetzt im Staatsmuseum in München besichtigt werden kann.

Ausschlaggebend für die Situierung des Eisenwerkes Hammerau war die Lage an der Saalach und die Tatsache, dass ringsherum ausgedehnte Wälder zur Verfügung standen. Für die Eisengewinnung in Hammerau wurden jährlich etwa 12.000 Fuder Holzkohle benötigt, die zum Teil aus den umliegenden Wäldern geschlagen wurden. Der größte Teil des zur
Holzkohlegewinnung erforderlichen Holzes wurde jedoch auf der Saalach herbeigeflößt bzw. gedriftet. Aufzeichnungen belegen, dass aus dem zu Höglwörth gehörendem Staufenecker Forst im Jahr ca. 350 Ster Holz geschlagen und nach Hammerau verbracht wurden.

Die Gründung des Eisenwerkes in Hammerau schürte den zu dieser Zeit aufs heftigste schwelenden Bauernaufstand, da den Bauern untersagt wurde, den Wald weiter zu nutzen, der bis dahin unentgeltlich als Viehweide, zur Schindelherstellung und zur Deckung des Brennholzbedarfes genutzt wurde. Ab 1537 mußten Sie für die Nutzung plötzlich bezahlen.

Das Erz, das in Hammerau verhüttet wurde, kam zum Teil aus Röhrnbach in der Wolfertsau bei Anger, zum größeren Teil aber aus dem Achtal. In Achtal wurde bereits seit 1275 Erzabbau betrieben und zur Gusseisenherstellung verwendet. Ein Produkt dieser Gusseisenherstellung ist die Marienstatue auf dem Angerer Dorfplatz aus dem Jahre 1884.

Somit darf bei der Eisengewinnung nicht Hammerau allein gesehen werden, sondern vielmehr ist dabei der Erzbergbau und die Verhüttung in Achtal mit einzubeziehen. Das Hammerauer Eisenhüttenwerk mit dem Bergwerk im Achtal bei Neukirchen, damals nur Hammerauer Gewerkschaft genannt, förderte bis 1890 mehr als 4 Millionen Zentner Roheisen. Erzabbau wurde damals auch in Vachenlueg in der Nähe der damaligen Burg bei der Kirche begonnen. Diese wurden jedoch bald wieder wegen Un-rentabilität eingestellt, da es sich nur um minderwertiges Erz mit einem geringen Eisenanteil handelte.

Hergestellt wurden in Hammerau Nägel, Drähte und Bleche. Auch eine eigene Kugel-, Zeughaus- und Waffenschmiede bestanden, eine Schraubenfabrik sowie eine Zeug-, Messer- und Hackenschmiede. Hierbei hatte jedoch die Waffen und Geschützherstellung den größten Anteil. Die Lieferungen erfolgten aufgrund des hervorragenden Stahls bis nach Augsburg, Kitzbühl, Ungarn und in die heutige Türkei nach Konstantinopel. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Absatz der Erzeugnisse jedoch wesentlich erschwert, da aus Schweden billiges Eisen, das die Schiffe als Ballast mitführten, bis nach Triest kam.

Mit einem kurzem Streifzug über das Eisenwerk unter dem vorletzten Eigentümer Alfred Zeller und dem jetzigen Eigentümer Max Aicher rundete Kreisheimatpfleger Max Wieser seinen Lichtbildervortrag ab.

 

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